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Hochschul-Impuls 2006

Die Preisträger - Sonderpreis

Christina Allmeling
Medizinische Hochschule Hannover, Abteilung Plastische Hand- und Wiederherstellungschirurgie

„Tissue engineering mit Spinnenseide zur Rekonstruktion peripherer Nerven“


Hoffnungsträger Spinnenseide

Für Unfallmediziner ist das nichts Neues: Nach schweren Motorrad-Unglücken, funktionieren Nervenfaserbündel nur noch eingeschränkt. Defekte an diesen so genannten peripheren Nerven können am ganzen Körper auftreten. Die vollständige Wiederherstellung aller Körperfunktionen ist schwierig und gelingt selten. Klassische Therapien setzen zur Rekonstruktion der zerstörten Nerven auf patienteneigene Transplantate. Allerdings reichen die eigenen Nerventransplantate meist nicht aus, um Defekte komplett zu rekonstruieren. Auch erreicht aktuell keines der künstlichen Nervenkonstrukte die Regenerationskapazität ursprünglicher Nerven.

Tissue Engineering, das Herstellen künstlicher Nerven durch Gewebezüchtung, kann eine alternative Therapiemöglichkeit darstellen. Insbesondere, führt man sich die Eigenschaften des Fadens der Spinne „Nephila clavipes“ vor Augen: Er fördert das Zusammenhaften und die Teilung von Zellen, wird nicht vom körpereigenen Abwehrsystem abgestoßen und besitzt antibakterielle Wirkung. Spinnenseide besteht aus Proteinen, einem natürlichen Bestandteil von Zellen. Im Experiment erwies sich der als sehr zellverträglich. Auf Grund seiner Zusammensetzung und des hohen Gehaltes an Proteinen und Aminosäuren stellte der Faden eine sehr gute Matrix für den Zellaufbau dar. Die Zellen orientierten sich in einer der natürlichen Nervenregeneration entsprechenden Anordnung. Die Spinnenseide durchläuft zurzeit alle erforderlichen Test-Phasen der klinischen Anwendung. Ziel ist die Spinnenseide in Kürze als alternative Therapiemöglichkeit bei ausgedehnten Nervendefekten anbieten zu können. 

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Ihr Ansprechpartner

Christof Starke
Bereichsleiter Gründungswerkstatt
Tel. +49 (0)511 9357 - 760

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